Jeden Tag eine neue Chance
Die Werk(statt)schule ist ein etwas anderes Klassenzimmer
Eine abgeschlossene Schulausbildung ist wichtig. Die meisten Jugendlichen wissen das, und gehen mal mehr oder weniger gerne zur Schule. Doch es gibt auch Jugendliche, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr zur Schule gehen. Für sie bietet die Werk(statt)schule des BAJ die Möglichkeit, ihre Schullaufbahn in einem etwas anderen Klassenzimmer abzuschließen. Die Werk(statt)schule bietet bis zu 16 Jugendlichen im vorletzten oder letzten Schulbesuchsjahr einen Platz.
Ein 4er-Team, bestehend aus einem Ausbilder, zwei Lehrern und einer Sozialpädagogin, betreut die Jugendlichen. Es gibt feste Regeln, keine Zwänge; das Team setzt dabei auf Freiwilligkeit der Schüler und gibt ihnen jeden Tag eine neue Chance. In einer extra für diese Jugendlichen bereitgestellten Werkstatt mit angrenzendem Klassenraum wird mit den Schülern gearbeitet. Die Arbeit mit den Jugendlichen gestaltet sich dabei sehr individuell. Zuerst soll erreicht werden, dass die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren regelmäßig zur Werk(statt)schule kommen. In Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern werden die persönlichen und schulischen Defizite geklärt, Sozialkompetenzen werden aufgebaut, Ziele sollen gesetzt werden. Die pädagogische Arbeit steht hier im Vordergrund, Ausbilder und Lehrer sind für die Jugendlichen da, auch um mit ihnen zu reden. Die Schüler sollen ihre Stärken und Schwächen erkennen.
Hierbei wird praxisbezogen gearbeitet: Die Inhalte der Werkstattarbeit werden auch im Unterricht verknüpft, Erfolgserlebnisse werden vermittelt. In kleinen Schritten arbeiten die Pädagogen am langfristigen Erfolg.
Das Konzept der Werk(statt)schule setzt auf die Gemeinschaft: Die Gruppe soll sich mit der Werkstatt identifizieren können. Zu Beginn der Woche wird gemeinsam gefrühstückt, zum Wochenausklang wird in der eigenen Küche zusammen gekocht.
In regelmäßigen Abständen vertiefen Projekte die pädagogische Arbeit. Unter anderem erlernen die Jugendlichen praktische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen in Theater-, Film-, Radio-, Respekt- oder Rappprojekten. Zudem werden hausinterne und –externe Praktika vermittelt.
Die Arbeit mit den Jugendlichen orientiert sich an dem normalen Schuljahr. Von 8 bis 14 Uhr werden die Schüler betreut, nach 14 Uhr sowie in den Ferien werden alternative Freizeitmöglichkeiten angeboten.
Auf die Plätze in der Werk(statt)schule kann man sich nicht bewerben, sondern das Jugendhaus der Rege vermittelt die Schüler in Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeitern und Klassenlehrern.
praxisbezogenes Arbeiten
Oguzhan Ekinci schleift eine Wand
Pascal Rose spachtelt an einer neuen Wand in der Werkstatt
Unterricht
Lehrer Uwe Messinger erklärt Adriana Rexhepi (links) und Jaqueline Rose Mathematikaufgaben


